Wochenende der Duelle
Schon komisch. Am Samstag schaue ich nicht Schlag den Raab und es ist ganz anders wie Normalerweise. Ein Kandidat verspielt jegliche Sympathien, wird in Twitter gehasst und auf allen Nachrichtenplattformen verrissen. Verständlicherweise. Wobei das Problem auch darin besteht, dass er versucht hat souverän und lustig zu sein. Wie z.B. beim Diskus und beim Radfahren. Würde Stefan Raab doch auch so zu machen! Nur leider ist man selbst im Fernsehen nicht automatisch lustig wie ein Comedian oder unterhaltsam wie ein Star-Moderator sondern im schlimmsten Fall, und das ist gar nicht so unwahrscheinlich, für viele Leute einfach ein Trottel der schlechte Sprüche raushat statt Humor zu beweisen.
Gestern war dann das Duell der CDU und SPD. An Harmlosigkeit wohl kaum zu überbieten. Die Zusammenarbeit war toll, sie machen keine Koalitionsversprechen, arbeiten für eine starke, eigene Partei und wären ohne die jeweils andere Partei doch viel besser. Sowohl Angela Merkel als auch Frank-Walter Steinmeier zum gähnen langweilig. Ich habe zeitweise Pro7 und Homer gewählt, der ist wenigstens ehrlich
. Bei den Beiden habe ich nichtmal was neues gehört. Was bei manchen Wahlkämpfen zu hässlich, zu angreifend, zu übertrieben war ist dieses Mal einfach nur zu zahm und nicht differenzierend. Herr Steinmeier hat vielleicht etwas mehr überzeugt, war wohl der Gewinner aber ob es reichen wird? Ich bezweifle es. Vielleicht wäre für die SPD mal eine Legislaturperiode in der Opposition gar nicht die schlechteste Wahl. Um als Volkspartei mal wieder näher an die Menschen zu kommen. Was ja allen Parteien schwerfällt, immerhin sind die Wahlprogramme für die eher bildungsfernen Schichten wirklich unverständlich und undurchsichtig wie eine Studie der Uni Hohenheim herausbekommen hat. Was mich aber immer mehr fasziniert sind die Wahlplakate. Unser CDU-Abgeordneter aus dem Kreis Hans-Joachim Fuchtel wirbt mit “Ihr Gewicht in Berlin” für Wählerstimmen. Wenn man das Foto anschaut müsste man sich korrigieren: “Mein Übergewicht für Sie in Berlin”…
Das viele Plakate keine Botschaft rüberbringen und schlecht gemacht sind fällt jedem auf. Das bisher beste Beispiel (neben der Linken mit “Reichtum für alle” und “Reichtum besteuern”) ist das Plakat mit “Mar” und einem Kussmund für “Markus”, den Vornamen des Kandidaten. Wer macht solche schlechten Kalauer? Eigentlich gehört man dafür bestraft. Durch nichtgewählt werden. Mindestens. Und anscheinend, so wurde mir erzählt, ist dieses Jahr auch die Zuordenbarkeit der Wahlsprüche so gering, dass beinahe willkürlich die Inhalte der einen Partei einer anderen zugerechnet werden. Ich verstehe das nicht, eigentlich kam die Bundestagswahl nicht gerade überraschend und man hätte doch schonmal vorher Leute fragen können, die was davon verstehen. Nungut. Vielleicht lernen die Parteien diesesmal wenigstens nach der Wahl daraus wenn sie von den Forschungen, beispielsweise der Uni Hohenheim, mitbekommen.
Vielen Dank an Lisa für den Hinweis zu eurer Forschung an der Uni! Falls man dich mal als Dank auf nen Kaffee einladen soll sag Bescheid!
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