Ausgelesen: Die Gesellschaft der Anderen.
Eines der letzten Bücher welches ich bei Amazon gekauft habe war oben genanntes. Weil es sich irgendwie interessant angehört hat was über das Buch geschrieben wird und weil das Risiko eines Fehlkaufs auch außerordentlich gering war weil es als Resteexemplar nur 5 Euro gekostet hat. Geschrieben von William Nicholson, eigentlich Drehbuchautor von Filmen wie Gladiator oder Der erste Ritter, ist dieser Roman wirklich sehr interessant. Nur 258 Seiten kurz ist wurde das Buch nicht langweilig, besonders weil es auch die eine oder andere philosophische Frage aufwirft wobei diese dann nie bis zum letzten klar gelöst werden wobei wohl jeder für sich selbst so manche Lösung finden muss. Egal, ob es die Geschichte des Bauers und seines Goldfundes ist oder die Erzählung wie bitterarme Leute den fremden Pflegen und vor der Polizei verstecken und warum sie dies alles tun. Ein sehr interessantes Buch wobei ich es nochmals lesen möchte damit manche Dinge klarer erscheinen:).
So ein klassischer, richtig lustiger Werbespot
Ja ja, das ist auf jeden Fall ein Kandidat für einen der witzigsten Werbespots der Welt aus Island. Was passiert, wenn etwas nicht offen ist was offen sein sollte hat man möglicherweise massive Probleme oder aber kann wenigstens peinlich berührt sein. Schöne Mechanik für Fernsehen… echt gut gemacht.
Vergrößerung, Deklaration und Reinigung.
Bigger than life ist eine gerne und oft verwendete Mechanik in der Kommunikation und die Agentur Kastner & Partner welche extrem viel Werbung für Red Bull realisieren setzen dies in einer tollen Ambient-Idee in Sidney um. Die Verbindung klassischer Elemente (ein Mini mit der Red Bull Dose – allerdings in XXL) mit dem ungewohnten – das Auto kippte wegen der zu schweren XXL Dose nach Hinten um sorgt wirklich für Aufmerksamkeit. Fein gemacht.
Das unsere Umwelt viele Eingriffe des Menschen in die Natur nicht so einfach und locker verkraftet müsste mittlerweile auch dem größten Ignoranten klar sein. Wo das allerdings alles anfängt ist oft nicht transparent. Egal ob es in Deutschland um die Einführung der Ampel zur gesunderen Ernährung der Republik geht oder aber wie in den USA im Spot von Droga5 für die klare Deklaration von Chemikalien in Reinigungsmitteln. Weil auch dort gibt es erhebliche Unterschiede zwischen dem weißen Riesen und dem grünen Frosch.
Weihnachten steht “kurz” vor der Türe. Überall gibt es nun bereits Rabatte vor dem Fest des Kommerz der Liebe und man besorgt nun schon die schönsten Weihnachtsgeschenke für Familie und Freunde. Ebenso wird fleißig dekoriert – vorm Real gab es bereits Weihnachtsbäume – verrückt. Bei uns zuhause stellt man diese eine Woche vor dem heilig Abend auf und nicht einen Monat vorher. Nun gut. Jedenfalls wird in einem schönen Spot aus den USA der Hausdekorationstick der Amis aufs Korn genommen… sehr schön gemacht von Venables Bell & Partners für den deutschen Autohersteller der Limousinen und SUVs.
Die besten Plätze sichern.
Deutsche Urlauber haben eine schlechte Angewohnheit. Also neben der Angewohnheit sich auf Mallorca auf peinlichste Art und Weise daneben zu benehmen oder aber weiße Tennissocken bis zum Anschlag nach oben zu ziehen und sie schamlos in kurzen Hosen und Sandalen zur Schau zu tragen – Ich rede von besetzten Liegen an den Pools und Stränden dieser Welt. Besitzergreifung auf barbarischste Art und Weise, morgens vor dem Frühstück wenn alle anderen noch schlafen. Genau in diesem Moment schleicht der deutsche Tourist und seine Frau am Pool entlang und besetzt die besten Plätze. Die Knappheit an guten Plätzen ist der Auslöser – und jeder hat Angst zu spät zu kommen. Eben diese Idee wurde für Volkswagen für die Aktion “All Inclusive” adaptiert. Man kennt den Spot aus dem Fernsehen – im Autohaus begutachtet jemand den neuen Tiguan, Touran, Golf oder Polo und auf einmal fliegt ein Handtuch am Gesicht vorbei in das Fenster und andere Personen machen klar, dass sie sich bereits für dieses Fahrzeug entschieden haben und es nicht mehr verfügbar ist. Auf der Promotion-Seite von Volkswagen gibt es nun ein schönes Webspecial von Grabarz & Partner welches diese Mechanik aufgreift aber die Interaktivität des Internets nutzt. Sehr gelungen.
Ausgelesen: Eine Billion Dollar.
Nachdem ich Macht und Rebel ausgelesen hatte hatte ich “Eine Billion Dollar” bereits auf dem Schreibtisch liegen. Das Buch ist schon etwas älter, die Erstveröffentlichung war im Jahr 2003 und viele Zahlen des Romans beziehen sich auf die 90er Jahre und in diesem Jahrzehnt spielt die Geschichte auch. Von John, einem eher indisponierten jungen Mann aus New York der irgendwie versucht sein Leben auf die Reihe zu bekommen und dann die Nachricht erhält, dass er von einem Vorfahren ein Konto über 12.000 Dollar vererbt bekommen hat. Allerdings waren diese 12.000 Dollar der umgerechnete Gegenwert als das Konto angelegt und das Testament verfasst wurde – 1495. Dank dem Zins und Zinseszins und dem potentiellen Wachstum bei moderaten 4% verdoppelt sich das Vermögen damit alle 18 Jahre. So sind es an dem 23. April 1995 also relativ genau 1 Billion Dollar welche er als jüngster lebender Nachfahre erbt. Er reist nach Italien zu der Anwaltsfamilie welche ein halbes Jahrtausend über das Vermögen gewacht und es verwaltet und vermehrt hat und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Sein Vorfahre hatte eine Vision wie die Welt aussehen würde und diese Vision gefiel ihm nicht. So sollte er den Menschen ihre Zukunft zurückgeben. Was folgt ist ein schön geschriebener Roman bei dem man merkt, wie Andreas Eschbach sich in die Materie eingearbeitet hat. Egal, ob es um die Multikausalen Zusammenhänge geht, die Veränderung durch Macht, die Transaktionskostenökonomie in welcher Umweltnutzung/ -schäden monetär quantifiziert und beachtet werden oder Zusammenhänge von Unternehmen und Zusammenschlüssen. Es sind viele Fakten die aufgerissen werden, interessante Erklärungen, warum es nicht so einfach ist die Welt, schön idealistisch gesprochen, von heute auf morgen zu einem besseren Fleck zu machen und ob es überhaupt gelingen kann ohne, dass zu viele davor sterben.
Insgesamt ist es ein wirklich spannendes Buch gewesen – das Ende hat mir persönlich nicht gefallen weil es bleibt der schale Nachgeschmack als wäre nicht alles beantwortet, nicht alles schlüssig gewesen. Das kann aber auch an mir liegen – nachdem ich gestern Nacht komischerweise nicht schlafen konnte habe ich noch etwa 200 Seiten gelesen bis frühmorgens und möglicherweise ist dort dem schon langsameren Gehirn der eine oder andere Zusammenhang nicht mehr so klar aufgefallen. Die 887 Seiten lohnen sich auf jeden Fall und bei einem Preis von 9,90 Euro ist das Preis-/Leistungsverhältnis auch kaum zu überbieten
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Zufriedenheit und Glück.
Es gibt wohl Fragen die sich jeder stellt. Gut, nicht wirklich jeder, aber die meisten. Naja, wenigstens einige. So auch die Frage wie relativ einfache Menschen mit ihrem Leben und ihrer Lebensgestaltung so zufrieden sein können wie sie es sind. Nicht das Große oder die Herausforderung suchen sondern die Gewohnheit lieben und schätzen. Um nichts in der Welt diese aufgeben wollen. Sich bedroht fühlen von Dingen die andersartig sind. Keinerlei Antrieb und Motivation zeigen um sich zu verändern und es bevorzugen, im Status Quo zu verharren. Nach was sie streben ist konsumlastig nur das neuere Handy, das “schicke” Ed-Hardy Shirt und den tollen Jahresurlaub. Sie führen zeitweise oder andauernd ein herrlich unreflektiertes Leben und sind dadurch damit zufrieden.
Und dann stellt man sich die Frage: “Sind vielleicht nicht die Leute das Problem sondern ich? Wäre es nicht besser, einfach bescheidener zu werden und keinen großen Anspruch zu haben? Sich selbst zu hinterfragen und offen zu sein für Neues? Belügt man sich vielleicht selbst und hat ein verzerrtes Selbstbild?”
Als ich gestern Mill las und seine Arbeit über den Utilitarismus (welch Freude!) geht auch er auf die Frage ein und ich fand es spannend, wie er sie beantwortet. Auf S. 33 sagt er, lieber ein unzufriedener Mensch als ein zufriedenes Schwein, lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr. Ich glaube man müsste diese Antwort noch weiter spezifizieren wobei auch dies sicherlich schon viele Leute gemacht haben aber es geht in die Richtung, wie ich es auch sehe.
100.000
Heute war, laut Bloggerei (welche sehr hart zählen), der 100.000 Besucher auf meinem Blog seit dem 5. Januar 2008. Damals habe ich zum Jahreswechsel die Domain gewechselt und nicht mehr unter Blogspot gebloggt. Wahrscheinlich waren seitdem einige Leute mehr auf dieser Seite – aber das wäre Mutmaßung und ich habe derzeit keinen anderen Counter laufen als die Bloggerei. Danke für eure Zugriffe und auf die nächsten 100.000 – hoffentlich in weniger als 22,5 Monaten!
Das Gesetz der Rache
Gestern war ich seit langem mal wieder im Kino. Fernsehen ist zwar ganz ok, aber Kino ist doch nochmal deutlich größer. Und dafür werden schließlich Filme gemacht. Großartige Kampagne. Und die Vorschau vor dem Film hat gezeigt, dass ich in nächster Zeit wohl häufiger in das Lichtspielhaus in Pforzheim gehen muss. Auf jeden Fall in den Film “Avatar” … wohl großartige Action, das gleiche gilt auch für “Gamer”. Dann in “Die Tür” , ein Drama wobei ich dort vielleicht davor noch das Buch lesen möchte welches als Vorlage gedient hat. Der “Informant” mit Matt Damon und “Kapitalismus” von Michael Moore falls ich noch Zeit über habe.
Das Gesetz der Rache mit Jamie Foxx und Gerard Butler (aus 300 wohlbekannt) war wirklich ein guter Film. Der Bösewicht welcher Rache für den Tod seiner Familie nimmt und voll verbittert das amerikanische Rechtssystem anprangert – und man zu Recht die Frage stellen darf, ob “Deals” mit Mördern akzeptabel sind – spielt Katz und Maus mit dem Staatsanwalt. Ganz grob erinnert es ein wenig an “Sieben” mit Brad Pitt. Wobei man bis zum Ende des Films noch Sympathien mit dem Rächer hegt da seine Selbstjustiz doch berechtigt erscheint. Das Drehbuch spielt dabei eine große Rolle. Als er am Ende im Rathaus eine Bombe hochjagen will um die Bürgermeisterin und ihren Krisenstab in die Luft zu sprengen müsste normal jede Akzeptanz des Mannes verloren sein – bis die Bürgermeisterin den Mund aufmacht und sagt, sie wolle den Mann aus der Stadt haben und man doch irgendeinen Paragraphen des Patriot Act doch dafür “missbrauchen könnte” welches die Problematik des Films zeigt. Manchmal geht es nicht um Gerechtigkeit sondern um die Prostitution des Gesetzes um Lösungen zu finden. Ob das die leichtfertigen Deals mit Mördern sind oder aber “willkürliche” Bestrafungen ist hierbei egal. Ein teilweise sehr brutaler Film welcher sich aber auf jeden Fall lohnt und Fragen offen lässt wenn man selbst offen dafür ist.
Veränderung der Zeit
Für wie viele Dinge im Leben ist die Zeit der bestimmende Faktor? Oft wohl deswegen, weil wir die Zeit nicht in der Hand haben – und alles seine Zeit hat (oder auch nicht). Viele Dinge werden im Laufe der Zeit nicht besser – sie verblassen viel eher oder werden rückblickend als positiver wahrgenommen als sie wirklich waren. Vieles wird über die Jahre auch “abgenutzter” … mein MacBook sieht heute nicht mehr so gut aus wie vor 2 Jahren als ich es gekauft habe. Und auch der Körper baut ab. Verändert sich mit der Zeit. Was jedes Jahr noch spektakulärer und wilder wird ist die digitale Welt. Egal ob Animationsfilme im Kino, Special-Effects oder auch die Computerspiele. Bei Chip.de gibt es eine spannende Bilderstrecke von 1985 bis heute über die Entwicklung von Spielegrafik. Warum solche Fotoserien so häufig gemacht werden ist naheliegend: Einfach viele Page-Impressions bekommen – das ist gut für die Werbeeinnahmen. Ist mir aber egal: Ich achte nicht auf die Werbung und schaue nur den Content an. Und bekomme Erinnerungen. Wie ich das erste Mal Command and Conquer gespielt habe und von der Grafik begeistert war – obwohl vom Gameplay her GDI den NOD gnadenlos überlegen waren. Oder Grand Theft Auto … was für ein Sprung es vom ersten dann zum zweiten Teil war (und man ihn heute kaum mehr wahrnimmt) und dann erst zum dritten… ich denke jeder, der gerne Daddelt wird einiges finden was ihn an frühere Zeiten erinnert. Als PCI-Grafikkarten mit 4 MByte noch unglaublich stark waren oder es die Spiele noch auf Disketten gab, später höchstens auf einer CD. Als Festplatten noch in Megabyte angegeben wurden und nicht in Terrabyte… verrückt. Heute sind Handys und Smartphones leistungsfähiger als früher bestimmte Rechner. Das schockt. Die Zeit verändert einiges.
Doch dann…
… gewöhnten sich die Menschen an Dinge, die sie vorher nicht hatten. Und diese Dinge wurden zu Bedürfnissen. Bedürfnissen, die eigentlich nicht nötig waren. Aber durch Gewöhnung wurden sie Nötig. Der Verlust dieser Dinge allerdings bereitete den Leuten mehr Schmerzen als der Besitz Freude. (im übrigen macht ja das Kaufen und nicht der Besitz von Dingen glücklich). Interessanter Gedanke von Rousseau. Zweiter Discours. Zweiter Teil. Etwa Seite 80 – 82.
Liebe Tengelmann-Kassiererin, deine Intoleranz kotzt mich an!
Heute war ich während der Mittagspause kurz im Supermarkt etwas einkaufen. Vor mir stand ein Mitbürger mit afrikanischen Wurzeln mit einem vollen Einkaufswagen. Während wir so warten bis die Kassiererin uns dranlässt erfahre ich, dass er für eine Ältere Nachbarin einkaufen ist und das er oder seine Frau das regelmäßig machen. Nachbarschaftshilfe. Er setzt alles auf das Förderband. Die Kassiererin schaut extra genau in seinem Einkaufswagen nach ob er etwas gestohlen hat. Er muss den offensichtlich leeren Korb hochheben (was ich dort noch NIE erlebt habe) ob er auch nichts darunter versteckt hat. Nach vier Artikeln ist sie sich nicht sicher, ob sie alles korrekt eingebucht hat. Weil er bereits mit dem Einpacken angefangen hat muss er alles nochmal hinlegen damit sie sieht, dass sie alles korrekt abgerechnet hat… die ganze Zeit beäugt sie ihn misstrauisch. Ihre Intoleranz kotzt mich an. Besonders weil der Mann eine sehr freundliche Art hatte – es würde bei hundert Personen neunundneunzig andere geben welche ich eher verdächtigen würde. Das ist doch vollassi.
Wenn sich ein Schleier über einen legt…
… so beschreiben manche Menschen ihre Depressionen. Man hört oft unterschiedlichste Bilder wie Betroffene ihre Depressionen erleben und somit beschreiben. Sehr beeindruckt hat mich dabei, wie hier schon mehrmals erwähnt, Mängelexemplar von Sara Kuttner, wohl weil man sich selbst auch zum Teil darin entdeckt oder wenigstens kritischer reflektiert. Nun ist ganz Deutschland erschüttert über den Suizid von Enke, dem Torwart von Hannover 96, Vater einer (Adoptiv-)Tocher und Ehemann. Seine “Kollegen” und “Chefs” wussten nichts von seinen Depressionen. Angst davor zu scheitern. Erwartungen anderer nicht erfüllen zu können. Traurig, weil sich der Wert eines Menschen nicht über Leistung definiert. Wachgerüttelt über dieses Ereignis gestern wird nun auch wieder viel über Depression veröffentlicht. Das man damit offen umgehen sollte. Ohne Vorurteile. Weil es eine Krankheit ist die behandelt werden kann. Ob hin zur Heilung oder wenigstens zur Linderung. Heraus aus der Isolation, wie der Stern heute titelt. Wichtig ist, dass man jetzt nicht nur betroffen ist sondern in Zukunft offener für sein Umfeld. Um Leuten zu helfen, wenn sie diese brauchen, auch wenn sie diese dann nicht explizit verlangen.




