Dreckig
Erfolgreiche Computerspiele bringen mittlerweile beinahe soviel ein wie Kinofilme – und werden ebenso aufwändig produziert. Wenn ich mir überlege wie ich das erste Mal Command & Conquer gespielt habe und die Zwischenvideos wirklich begeisternd waren ist es verständlich, dass heutige Spiele, auf einem viel höheren Niveau Unterhaltung für viele Stunden bieten. Egal ob auf Xbox, Playstation 3 oder Wii oder auf einem Hochleistungs-Computer. Weil die Produktion solcher Spiele aber immer teurer wird werden ganz andere Beträge in die Werbung gesteckt… und dort dürfen sich die Agenturen auch hin und wieder richtig kreativ auslassen. Wie bei diesem Plakat für Collin McRae Dirt 2 welches eine wirklich feine Ambient-Idee ist. Auch in Auckland / Neuseeland gibt es gute Agenturen die tolle Arbeit machen.
Die Legitimation zur Provokation
Muss man ein Recht haben um provozieren zu dürfen? Oder besteht die Basis der Provokation und des innewohnenden Momentums gerade darin, dass man eigentlich das Recht dazu nicht hätte? Oder ist das Recht zur Provokation ab jener Stelle eingeschränkt, an welcher andere Personen beschränkt werden? Oder ist es ein Recht welches jeder von uns hat und keinem von uns genommen werden darf?
Um solche Themen ging es letzten Donnerstag. Ähnlich wie Faldbakken in seinem Buch “Macht und Rebel” und der These, dass der Nationalsozialismus unter Adolf Hitler eines der wenigen Themen sei, mit welchen man heute noch die Menschen provozieren könnte hört sich die Geschichte an welche ich bei einem Bier gehört habe. Auf einer Party dachte er sich in seinem leicht betrunken Zustand, es wäre doch lustig, Menschen zu schockieren. Also fing er an den Gruß des GröFaZ zu machen und dies mit den entsprechenden dumpfsinnigen Parolen auch verbal zu artikulieren. Selbst ist er offensichtlich nicht das, was man als Arier bezeichnen könnte. Deshalb fand er auch dieses Verhalten vollkommen legitim. Das er sich in seinem Verhalten strafbar gemacht hat ist erstmal egal – wo kein Kläger dort kein Richter. Das er von der Partygesellschaft verstoßen wurde ist naheliegend und auch akzeptabel. Nur die Frage, ob man das überhaupt machen darf oder nicht, die ist noch zu beantworten.
First
Ja heute mal wieder etwas Werbung. Vielleicht freut sich ja auch Onkel Google darüber. Wir werden sehen.
Eine interessante Idee für ein Zentrum welches bei Schlafstörungen hilft kommt von STIR aus den USA. Ambient-Werbung an Kühlschränken mit Energy-Drinks und der Erkenntnis, das der einfachste, erste und beste Weg für mehr Energie ein gesunder Schlaf ist. Perfekt.
Auch wenn in Kopenhagen ein Plakat für Dessous an einem CLP hängen könnte, so ist das nicht der Fall da Fernet Branca schneller war bei der Buchung. Also ist es eine bittere Neuigkeit. Das Leben ist bitter. Wie Fernet Branca. Schönes kokettieren mit dem eigenen Produkt. Sehr fein von Ogilvy & Mather.
Einsteigen und Vollgas geben
Für die Xbox 360 von Microsoft ist nun der Rennsimulator Forza Motorsport 3 auf den Markt gekommen und T.A.G. aus den USA haben einen 30- und 60-Sekünder dafür produziert. Der Spot hat Licht und Schatten. Bis zum Ende sieht man nur die Autos, wie sie auf den Straßen oder in Hallen mit offenen Türen stehen – bereit das man einsteigt und Gas gibt. Leider dachte ich bei den ersten beiden Fahrzeugen, die Fahrer sind ausgestiegen um etwas anderes zu machen, und manche Bilder sehen einfach nur nach schlechter Photoshop-Arbeit aus (z.B. der LMP2-Renner)… und ich finde das kann nicht sein, die Kamerafahrten könnten “spannender” sein… auch ohne das dies dem Konzept des Spots widersprechen würde…
Die Wahrheit über das Agenturleben :)
Google hasst mich
Wie jeder weis hat der Pagerank mittlerweile keine Bedeutung mehr für die Verfügbarkeit bei der Suchmaschine. Trotzdem regt es mich auf, dass unter Bloggerei mein Blog nun mit Pagerank 0 angezeigt wird. Das ist total fies. Ich glaube in Zukunft muss ich schauen, dass ich mal wieder mehr verlinkt werde. Oder Google ist Sauer, weil ich nicht nur noch über Werbung schreibe sondern über das alles, was mich interessiert und sie deshalb meinen, ein Blog über Finest Advertising hätte mehr Pagerank verdient wie ein Blog, auf dem über Dinge geschrieben wird die den Autoren bewegen. Ich bin also Pissed. So einfach kann man das sagen. Wie gesagt, es hat eigentlich keine Bedeutung und trotzdem regt es mich auf, ist das Komisch?
Na dann
Wodurch definieren sich Menschen? Wie sieht sich jeder Mensch um mich herum? Natürlich kann man reden, aber was gesagt wird muss noch lange nicht ehrlich sein. Es kann sogar sein, dass der gegenüber sich selbst belügt. Ist es nun besser selbst kritisch zu sein und zu hinterfragen, was man ist und wie man sich sieht als zuerst versuchen andere Menschen zu verstehen? Legen wir unseren Fokus nicht viel öfter darauf, zu sehen was der Mensch hat also zu sehen, was der Mensch ist? Wenn wir aber nur das sehen wollen, wollen wir dann überhaupt den Menschen sehen oder nur das Abbild welches er durch Konsum von Gütern und Dienstleistungen von sich selbst erschafft wobei er sich selbst möglicherweise gar nicht so sieht, also sich primär selbst nur so sehen will wie er gerne aussehen würde und deshalb dies alles verfolgt?
Ausgelesen: MACHT und REBEL
ENDLICH habe ich das Buch “MACHT und REBEL” durchgelesen. Zeitweise war es etwas zäh, zweitweise sehr spannend, zeitweise sehr schockierend und an manchen Stellen auch unglaublich inspirierend. Könnte es beispielsweise wirklich sein, dass der Mensch sich durch sein Bestreben, sich vom Mainstream abzuhaben und seinen Individualismus zu leben bereits durch seinen Individualismus zum Mainstream wird? Und warum denken alle Leute, sie müssen über dieses und jenes philosophieren? Machen sie das wirklich? Falls ja, ist es Paradox: Weil man sich schließlich durch das philosophieren über “größere” Themen sich von der Mehrheit abgrenzt und daraus auch einen Anspruch an sich selbst ableitet. Wenn aber die Masse philosophiert, so ist es ein Zeichen des es definitiv nicht von der Mehrheit abgrenzt. Mein Gesamturteil über das Buch aber ist eher zwiegespalten: Nett geschrieben, einfallsreich, wie Matias Faldbakken einen in die Lebensumstände der zwei Protagonisten hineinnimmt aber für meinen Humor, meinen Geschmack gehen einige Dinge doch zu weit. Egal, ob es sich dabei um Rebels Statement Pro Konzentrationslager (und für ihn selbst als ersten Inhaftierten) dreht oder das überschreiten geschmacklicher Grenzen … Allerdings wird es bei alledem NIE langweilig, das Buch zu lesen. Vielleicht wird es hier und da eine schwere Lektüre, nie aber eine langweilige…




