Das erste Mal, Lidl | Freunde des Hauses, Hamburg.
Lidl machts das erste Mal. Eher konservativ. Der erste TV Spot für den Discounter mit dem gelb-blauen Logo läuft seit neuestem. Nach einigen negativen Schlagzeilen wie z.B. den Verdi Enthüllungen mittels des Schwarzbuches und der Leistungsüberprüfung Überwachung von Angstellten durch Sherlock Holmes und dessen Kollegen Arbeitsmotivationsüberwacher Spitzel Detektive kam vor fast genau einem halben Jahr ein genialer Schachzug der Unternehmens-PR von Lidl indem sie den armen Milchbauern als erste die geforderten 10 Cent zugesagt haben. Nun kommt durch diesen für einen Discounter sehr schönen Spot der zweite Schritt um Lidl und seine Eigenmarken als Marke positiv aufzuladen. Alltagsszenen, oder wie die Werbung sich diese vorstellt, die berühren sind ein guter Hebel dafür und ganz geschickt mit dem Schnäppchen-Preise-Element verbunden.
Bei mir wird Lidl trotzdem niemals der beliebteste Laden werden. Liegt an der Aufmachung der Läden, dem Image, das ein anderer Discounter (=Aldi) meines Wissens nach viel viel viel mehr Wert auf qualitativ hochwertige (Eigen-)Marken legt und so weiter. Die Freunde des Hauses sind im übrigen, für jeden der es nicht weiß, eine Beteiligung der “Zum Goldenen Hirschen”-Gruppe.
Ebenfalls über diesen Spot geschrieben haben Horizont und der Werbeblogger.
Football’s for girls, Czech Rugby Association | Mather Communications, Prag.
Was für ein Kalauer. Die Fußballdiven richtig schön aufs Korn genommen. Nice!
Make your own, Alfa Romeo MiTo | Saffirio Torelli Vigotti.
Die Kampagne für den neuen Alfa Romeo MiTo ist ein tolles Stück Arbeit. Der neue MiTo soll wie der kleine Bruder aus dem gleichen Konzern (der Fiat 500) zum Kult avancieren. Deshalb sind die TV-Spots einfach und erzählen kurze Bildergeschichten. Auf Bannern das gleiche. Mit dem Ziel, dass sich Jedermann seinen eigenen MiTo-Spot bastelt. Nice.



Real Life’s Better, MTV | 180, Amsterdam.
180 Amsterdam steht ja wirklich oft für großartige Kreation und abgefahrene Ideen. Wenn das mit MTV als Kunden zusammentrifft sind solche Spots wohl nur die logische Folge:
Um Strom zu sparen sollte man die Konsole oder das Notebook ausmachen und das wahre Leben genießen. Dafür offen sein, dass sich vor dem Haus 3 Mädels in Bikinis mit Schlamm einsauen und der durchtrainierte Traumprinz seinen Luxuskörper auf einem Zuchthengst im Garten präsentiert. Trashige Kameraführung und ein köstlich gelangweilter Sprecher runden das gesamte Paket noch ab und man hat zwei unkonventionelle, geile MTV Spots.
Der Muffinverkäufer, Royal Bank of Canada | BBDO, Toronto.
Toll animierter Spot! Der Unternehmensberater kommt und der kleine sympatische Muffinverkäufer kann dank toller Ratschläge expandieren. Ist das nicht die typische – eigentlich amerikanische – Geschichte vom Tellerwäscher (bzw. Muffinverkäufer im Park) zum Millionär.
Jungs, Vodafone | McCann Erickson, Rumänien.
Some things work only until a certain age. So make the most of being young.
Sehr lustiger Spot aus Rumänien für Vodafone. Sehr schöne Abwandlung des Claims “Make the most of now.” Nur ob es wirklich die Zielgruppe gut anspricht bloß weil es ein klein wenig frech, frivol und lustig ist? Ich weiß es nicht… sehenswert ist der Spot auf jeden Fall.
Progress is Beautiful, Audi A4 | Venables, Bell & Partners.
Wunderschöner kompetetiver Spot aus den USA für Audi. Alles verändert sich – weg von dem Klassischen hin zu dem Modernen. Weg von Mercedes und hin zu Audi. Wäre in Deutschland wohl undenkbar – außer man sieht es mit Humor (wie hier Smart und Volkswagen). Ansonsten ein klassischer Fall für die Juristen.
Nur eine Frage drängt sich mir auf: Wer tauscht eine S-Klasse gegen einen A4? Ich meine sogar in Zeiten der Immobilienkrise und Rezension in den Vereinigten Staaten wäre das doch ein automobiler Abstieg – oder habe ich etwas verpasst bezüglich der Baureihenvergleichbarkeit (A4 vs. C-Klasse & 3er BMW, A8 vs. S-Klasse & 7er BMW). Es kann natürlich auch sein, dass Audi – um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen – uns mitteilen will, dass der neue A4 sogar besser ist als die alte S-Klasse. Gefunden bei OTR.
…aus Leidenschaft, Honda Accord | Scholz & Friends, Hamburg.

Es scheint als sei es ein neuer Trend in der Automobilwerbung Mitarbeiter und deren Identifikation mit dem Produkt zu zeigen. Nach Seat und ihrem “Alle Darsteller in diesem Spot sind Mitarbeiter“-Ibiza Spot kommt nun auch der neue Spot von Scholz & Friends für den neuen Accord mit Mitarbeitern daher. Allerdings sind es diesmal keine echten Mitarbeiter. Stattdessen bestehen diese aus dem Material, mit welchem sie auch arbeiten. Im Modellbau sind sie aus Ton, in der Lackiererei aus blauer Lackfarbe und in der Entwicklung am PC aus grünen Drahtgittermodellen (erinnert mich irgendwie an Matrix).
Leider gibts den Spot derzeit noch nicht bei Horizont oder YouTube werde ihn aber bei Gelegenheit nachreichen. Ansonsten werdet ihr ihn in nächster Zeit sicherlich auch hin und wieder auf den Reichweitenstarken Sendern sehen.
Michael Phelps, Visa | TBWA/Chiat/Day.
Die Geschichte und der Erfolg von Michael Phelps bei den olympischen Spielen dieses Jahr ist unglaublich und begeisternd. Als Sponsor zeigte VISA drei verschiedene Spots. Einen vor den Wettkämpfen, einen direkt nachdem Michael Phelps die 8te Goldmedaille gewonnen hatte (erwartungsgemäß eher eine Low-Cost Geschichte: Schließlich konnte man sich ja nicht sicher sein, dass er es schafft) sowie eine weitere Variante welche aufwändiger ist. Dazu die Stimme von Morgan Freeman – extrem passend.
Was allerdings unpassend ist: Der Abbinder nach jedem der drei Spots.
Visa. Proud Sponsor of the olympic games and the only card accepted there.
Während ich es noch nachvollziehen kann, dass sie gerne ihre Sponsoringtätigkeit erwähnen ist es für mich völlig unverständlich, warum gesagt wird das ausschließlich VISA-Karten akzeptiert werden. Damit jeder, der noch spontan nach Peking fliegen will auch seine VISA-Card einsteckt? Damit ihre Monopolstellung bei Olympia aufgrund des Sponsoringvertrags mit dem IOC betont wird? Irgendwie hat das ganze dann leider nichts mit Michael Phelps oder seinen Erfolgen zu tun und stört meines Erachtens den tollen Gesamteindruck des Spots.
Design. Präzision. Leidenschaft. Seat Ibiza | Atletico International.
Zur Markteinführung des neuen Seat Ibiza läuft seit einiger Zeit in Deutschland ein neuer TV-Spot – zum Glück mit dem Hinweis, dass alle Darsteller im Spot wirklich bei Seat arbeiten. Was soll mir das sagen? Das es in einem Automobilkonzern mit tausenden Angestellten wirklich einige hübsche Personen gibt? Wahnsinn. Das hätte ich mir niemals vorstellen können. Zum Glück wurde dafür auch nur ein Casting mit 1.400 Angestellten gemacht. Jedenfalls arbeiten diese Personen in den Bereichen Design, technische Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung.
Nun aber die Auflösung, warum es alles Angestellte von SEAT sind:
Den Verantwortlichen war an dieser Stelle besonders wichtig, dass der neue SEAT Ibiza auch von denjenigen präsentiert wird, die ihn gebaut haben. Mit ihrem Know-how, ihrer Erfahrung, ihrem Engagement und ihrer Motivation. Im Spot steht der hohe Qualitätsanspruch jedes einzelnen Mitarbeiters und damit der der gesamten Marke SEAT im Mittelpunkt.
Tenor: nur wer mit Leidenschaft bei der Sache ist und seine Arbeit nicht nur gut, sondern besser macht, kann Qualitätsmaßstäbe setzen. Der neue SEAT Ibiza setzt diese Maßstäbe in puncto Design und Präzision. Dies spiegelt sich auch im Claim wieder: „Der neue SEAT Ibiza. Design. Präzision. Leidenschaft.”
Der Spot (hier aus Frankreich, allerdings sehr ähnlich mit dem deutschen welcher von Grey FFM adaptiert wurde):
und aus England mit anderen Szenen, einem anderen Schnitt und anderer Musik (sehenswert !).
Was mich bei dem ganzen Spot aber so unglaublich irritiert ist eine andere Sache: Man möchte Design und Präzision kommunizieren und die Fahrszene am Ende in diesem Tunnel sieht sehr nach einer (schlechten?) CGI-Arbeit aus – warum das??? Mir sagt sie jedenfalls nicht zu. Warum kein echtes Auto nehmen und mehr Aufwand betreiben? Sorry, aber für mich nicht verständlich. Via.
Countdown, Adidas | 180/TBWA China.
Werbeagenturen aus China gehen mit der ganzen Olympiaproblematik etwas anders um als Agenturen aus freien Ländern. Ergebnis ist wenigstens noch eine wunderschöne Choreografie.
100-Meter Lauf, Gesellschaft für Schweizerisch-Tibetische Freundschaft | Euro RSCG, Zürich.
Heute haben die Olympischen Spiele in Peking begonnen. Manche Proteste sind laut, manche Proteste sind leise, manche werden unterdrückt und zum Schweigen gebracht. Nun wurde dieser schöne Spot von Euro RSCG Zürich für oben genannte Gesellschaft entwickelt und von nun an in der Schweiz geschaltet. Schade, dass er nur dort kommt, aber das ist sicherlich auch eine finanzielle Frage. Nun gut. Hoffentlich bringen die Proteste weltweit etwas. Via otr.




